Wila unter Strom

Was für ein Start in den Valentinstag! Während viele heute Morgen noch nach Last-Minute-Geschenken suchten, versammelten sich zahlreiche engagierte Bürgerinnen und Bürger im Schulhaus Eichhalde. Das Thema: „Wila-Strom“ – Nachhaltig in die Zukunft.

Statt Blumen gab es harte Fakten, spannende Diskussionen und eine klare Vision. Und mal ehrlich: Was gibt es Romantischeres, als gemeinsam an einer nachhaltigen Welt für die Liebsten zu bauen? Für viele war der Workshop sogar die perfekte Entschuldigung, wenn das Geschenk zu Hause vergessen wurde.

Warum eigentlich Solarenergie für Wila?

Gemeindepräsident Simon Mösch eröffnete die Veranstaltung mit einem Blick auf das Jahr 2050. Die Prognosen sind eindeutig: Wir werden massiv mehr Strom brauchen. Zwar werden Häuser besser isoliert, doch Elektroautos und Wärmepumpen treiben den Bedarf in die Höhe. Da die Kernenergie schrittweise wegfällt, ist die Solarenergie der wichtigste Pfeiler, um unseren Strombedarf zu decken.

Wila ist hier kein Neuling. Trotz technischer Hürden in der ersten Projektphase ist das Fundament stark: Rund 80 Interessenten aus der Bevölkerung stehen bereits in den Startlöchern.

Technik, die sich rechnet: PV und Speicher

Mike Lattmann (NovaEnergie) räumte mit alten Mythen auf:

  • Ost-West schlägt Süd: Früher richtete man alles nach Süden aus. Heute sind die Modulpreise so stark gesunken (auf ein Zehntel der Kosten von vor 15 Jahren!), dass man lieber das ganze Dach voll macht. Eine Ost-West-Ausrichtung liefert morgens und abends wertvollen Strom, wenn wir ihn wirklich brauchen.
  • Speicher-Check: Batterien werden immer wirtschaftlicher. Ein moderner Speicher kann die Amortisationszeit einer Anlage heute auf etwa 13 Jahre senken, da er den Eigenverbrauch massiv erhöht.
  • Balkonkraftwerke: Auch für Mieter gibt es Lösungen. Mit einem 800-Watt-System für ca. 500 Franken lässt sich die Stromrechnung bereits spürbar reduzieren.

Die LEG: Gemeinsam statt einsam

Nicole Widmer (Energieberatung Region Winterthur) stellte das Konzept der Lokalen Elektrizitätsgemeinschaft (LEG) vor, die seit dem 01.01.2026 möglich ist. Das Ziel: Strom im Dorf produzieren und direkt im Dorf verbrauchen. Das stärkt die regionale Wertschöpfung und schont das Stromnetz.

Frische Impulse aus dem Workshop

In den Diskussionsrunden rauchten die Köpfe. Hier die Highlights der gesammelten Ideen:

  • Wasser als Batterie: Eine faszinierende Idee ist es, die Wasserversorgung zu nutzen. Das Reservoir könnte gezielt dann gefüllt werden, wenn überschüssiger Solarstrom vorhanden ist.
  • Wärme aus dem Abwasser: Täglich spülen wir warmes Wasser zum Zähneputzen oder Waschen weg. Diese Energie könnte man in Zukunft zurückgewinnen.
  • Einfachheit: Das wichtigste Anliegen der Bevölkerung? Das Ganze muss unkompliziert bleiben.

Diese nächsten Schritte wurden direkt angegangen:

Der Workshop war kein reiner „Rede-Anlass“ – es wurden direkt Nägel mit Köpfen gemacht. Die Beteiligung war beeindruckend:

  • Aufbau der Arbeitsgruppe: Es konnten sich Freiwillige melden, die ab 2026 einmal im Monat die Strategie aktiv mitgestalten wollen. Viele Bürger mit unterschiedlichen Hintergründen trugen sich ein, um Wila voranzubringen.
  • Interessenten für die LEG: Die Liste für potenzielle Produzenten und Konsumenten der neuen Elektrizitätsgemeinschaft füllte sich rasch.
  • Anmeldung zur Energieberatung: Da Wila eine kostenlose Energieberatung für seine Bewohner finanziert, nutzten viele die Chance und vereinbarten direkt Termine für ihre eigenen Liegenschaften.
  • Informationsfluss gesichert: Um auf dem Laufenden zu bleiben, trugen sich die Teilnehmenden rege in den Mailverteiler ein, über den auch die Auswertung des heutigen Tages versendet wird.

Der Vormittag endete, wie es sich für Wila gehört: mit einer gemeinsamen Pizza um 12:00 Uhr und dem guten Gefühl, dass wir die Energiezukunft unserer Gemeinde heute ein grosses Stück greifbarer gemacht haben.