Ausverkauft. Wieder. Und wieder. – Drei Jahre Villa Wellentanz in Zahlen

Wer mich kennt, weiss: Ich bin kein Mensch grosser Worte, wenn Zahlen die Geschichte besser erzählen. Und die Zahlen der Villa Wellentanz erzählen gerade eine Geschichte, die mich wirklich freut.

Der Anfang: Ein Experiment in Wila

Vor drei Jahren haben wir begonnen, regelmässige Konzertabende in der Villa Wellentanz anzubieten. Kein subventioniertes Kulturhaus, kein städtisches Umfeld – einfach ein gutes Programm, ein kleiner Saal mit rund 34 Plätzen und die Überzeugung, dass Kultur in einem Dorf wie Wila eine Zukunft hat. Wenn man es richtig angeht.

Die erste Saison war ein Tastversuch. Wir haben gespürt, was funktioniert und was nicht. Das gehört dazu.

Saison 2024/25: Der Lerneffekt

Die Saison 2024/25 brachte 10 Veranstaltungen und 319 verfügbare Plätze. 206 davon wurden gebucht – eine Gesamtauslastung von rund 65%. Auf dem Papier solide, in der Praxis vor allem aufschlussreich: Wo das Programm wirklich stimmte, war der Saal voll. Wo es weniger passte, blieben Stühle leer.

Der Kammermusikabend mit Thomas Grossenbacher (Violoncello) und Yulia Miloslavskaya (Piano) war restlos ausverkauft. Das Klavier-Konzert von Vladimir Valdivia kam auf 38%. Die Jumpin‘ Blues Cats füllten den Saal, das Mitsingkonzert musste verschoben werden. Beides ist wertvoll – als Kompass.

Wir haben gelernt: Qualität allein reicht nicht. Es braucht das richtige Programm, zur richtigen Zeit, mit der richtigen Kommunikation.

Saison 2025/26: Ausverkauft, ausverkauft, ausverkauft

Die laufende Saison spricht eine andere Sprache. Von Oktober 2025 bis April 2026 zieht sich ein goldener Faden durchs Programm: Konzert um Konzert ausverkauft, die meisten mit 100% Auslastung. Tatiana Radkewitsch am Klavier – ausverkauft. The Jumpin‘ Blues Cats – ausverkauft. Blues & Boogie Woogie auf höchstem Niveau zum Jahresauftakt – ausverkauft. Der Chansonrausch im Februar, Boogie-Woogie mit Chris Conz und Mario Von Holten im März, die wilden Klaviere im März, die Soulful Night im April – alle ausverkauft.

Von den bisher abgeschlossenen 8 Konzerten waren 7 restlos voll. Wartelisten bei fast jedem Abend. Die Gesamtauslastung liegt bei knapp 90% – und das Programm läuft noch bis Mai.

Was mich dabei besonders freut: Das Publikum kommt zunehmend direkt aus Wila. Das Dorf trägt dieses Programm. Und es will offensichtlich mehr davon.

Was diese drei Jahre zeigen

Es ist kein Zufall. Es ist das Resultat von drei Jahren Aufbauarbeit, von einem Publikum, das Vertrauen gefasst hat, und von einem Programm, das wirklich zu Wila passt. Blues, Boogie-Woogie, Kammermusik, Jazz – handgemacht, mit internationalen Gästen, in einem intimen Rahmen. Das ist unsere Stärke, und wir bauen konsequent darauf.

34 Plätze sind charmant. Sie sind auch eine harte Obergrenze. Die Wartelisten zeigen, dass die Villa Wellentanz längst mehr Nachfrage weckt, als sie bedienen kann. Das ist das schönste Problem, das man haben kann.

Und ja – vielleicht braucht Wila irgendwann mehr Raum dafür. Aber das ist eine andere Geschichte.

jpk